Hues of Home - eine foto-narrative Reise ins Ungreifbare

HUES OF HOME ist eine fotografische Spurensuche nach den feinen Nuancen von Heimat, Zugehörigkeit und Geborgenheit. Die Reise führt zu Menschen mit unterschiedlichen Biografien, von Lagos, Seattle und Alexandria über Tittmoning, Nürnberg und Karelien bis nach Kurdistan, Damaskus, Tanas und Tokio.


Kästen, Rahmen, Grenzen
erzeugen den Anschein von Zugehörigkeit.
Aus der Ferne betrachtet, haben Häuser keine Nummern.
Wenn du mich festschreibst, höre ich auf zu sein.
Wir sind keine Maschinen. Wir sind auch keine
traumatisierten Unausweichlichkeiten.

Wir sind lebendige Landschaften, die sich überlagern.
Im Gegenüber nehmen die Bedeutungen Gestalt an.
Der Weg zum Gartenzaun ist wie ein Labyrinth.

Wer niemals von zuhause weg war, weiß nicht,
was Heimat ist und braucht es auch nicht zu wissen.

Ich erzähle mich aus der Distanz
und komme im Dazwischen zur Ruhe.

Wenn sich eine Tür schließt, öffnen sich zwei.
Wo beginnt meine Geschichte und wo endet deine?
Linien, Gesten, Blicke, Farben vernetzen sich zu neuen Geschichten.
Dein Ankommen und mein Aufbrechen geben sich die Hand.

Es braucht drei Haarsträhnen, um einen Zopf zu flechten.
Aber was braucht es, um sich daheim zu fühlen?

Mein Beitrag beginnt damit, dass ich mir erlaube, mich zu gestalten.
Wenn der Boden unter den Füßen aufhört zu schwanken,
werde ich angekommen sein.

Wieviel Welt kann ein Herz in sich tragen?
Und was können wir füreinander lernen?

Sie schlägt das Bild der Ferne auf wie eine Partitur.
Da ist immer ein Vogel in der Luft, der die Richtung ändert.
Die Linien, die er zeichnet, sind für die, die nicht fliegen können.
Jede Spur bedeutet Nähe,
auch wenn das Spurenschaffende längst über alle Berge ist.

Die Seele ist ständig in Bewegung.
Ankommen ist etwas anderes als zuhause sein.

Zeig mir den Ort, an dem ich meinen Hut aufhängen kann.

- Wolfgang Tonninger


Wie Hues of Home entstanden ist

„HUES OF HOME” erkundet die feinen Nuancen des Ankommens, Sich-Geborgen-Fühlens. Schattierungen. Farbtöne. Jenseits des Sagbaren." Mit diesem Satz im Kopf sind Wolfgang Tonninger und ich Anfang Jänner
ins Unbekannte aufgebrochen.

Wir haben zehn Menschen getroffen, die in und um Salzburg leben, ihre Wurzeln aber woanders haben. Menschen, für die Heimat wegen ihrer Kultur, ihrer Hautfarbe, ihrer Lebensgeschichte oder ihrer Geschlechtsidentität nichts Selbstverständliches ist. Sie kannten einander nicht. Wir haben jede und jeden einzeln getroffen, an einem Ort ihrer Wahl, und mit ihnen darüber gesprochen, wie sich „Zuhause" anfühlt,
wie sie diesen Gefühl von “zu Hause” finden, fern von der Heimat.

Fotografiert habe ich analog, mit einer Leica MP und einer M6 auf Kodak-Film.

Einen Plan für das Ergebnis gab es nicht, und damit auch keinen roten Faden. Klar war nur, dass es keine klassischen Porträts werden sollten. Jedes Treffen brachte andere Menschen, andere Orte, anderes Licht.
Also habe ich aufgehört zu denken und planen und angefangen zu spüren und Momente während der Gespräche zu fotografieren, die mich berührt haben: eine Geste, ein Detail, ein Blick aus dem Fenster, ein flüchtiger Sonnenstrahl an der Wand.

Was mich bis heute überrascht, ist die Offenheit, die uns begegnet ist.
Das Vertrauen, die Tiefe, der Ernst und auch das Lachen. Mit jedem Gespräch hat sich das Projekt verändert. Anfangs dachten wir noch biografisch, Mensch für Mensch. Doch bald begannen die Bilder, miteinander zu sprechen, über die einzelnen Geschichten hinweg. Und zwischendrin hat sich auch meine eigene Geschichte mit eingewoben.

So ist die Ausstellung schließlich entstanden: als ein Gewebe aus Momenten, die sich gegenseitig antworten.
Wolfgang hat sie mit mir kuratiert und den Text geschrieben, der die Bilder begleitet.

Mein Dank gilt den wunderbaren Protagonist:innen, die uns ihre Geschichten erzählt haben:
Azeez, Beth, Anna-Katharina, AC, Toulin, Berenike, Shapol, Mai, Siegfried und Yoko,
zwischen Tokyo und Tittmoning, Seattle und Kurdistan, Alexandria und Japan, Karelien und Laos,
Nürnberg und Damaskus... DANKE!

Danke an Fairmatching und LEICA für die Unterstützung und Zusammenarbeit.
Die Ausstellung ist dauerhaft bei Fairmatching in Salzburg zu sehen und wurde im September 2026
in etwas anderer Form als Pop-up-Ausstellung in der LEICA Galerie Salzburg gezeigt.

Konzept & Gespräche: Siegrid Cain & Wolfgang Tonninger
Fotografie: Siegrid Cain
Text: Wolfgang Tonninger
Dev/Scan: Garage Film Lab Wien


Einladung zur Eröffnung bei Fairmatching .
Die Ausstellung ist hier dauerhaft zu sehen.

Pop-up Ausstellung Leica Galerie Salzburg

von 05. bis 12. September 2026 parallel zur Ausstellung
„Selections“ von Alex Webb. Herzlichen Dank für diese Kollaboration!

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Textures of Belonging